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Mai 14, 2011
hoenscheid

Willkommen auf nrw-johannesburg

Johannesburg ist die Hauptstadt von Südafrika und zählt 3,8 Millionen Einwohner. Wieviele es genau sind, ist schwer zu sagen, die Zahlen schwanken und hängen davon ab, welche Vororte dazu gezählt werden. Johannesburg war 2002 Austragungsort des Weltgipfels und später fand hier das Endspiel um die Fussballweltmeisterschaft statt.

Rohstoffe in Südafrika
Südafrika gilt als der wichtigste Exporteuer von Rohstoffen und Edelmetallen in der Welt. Abgebaut werden hauptsächlich Gold, Diamanten und Kupfer. Durch den gestiegenen Goldkurs konnte Südafrika seine Wirtschaftskraft spürbar verbessern. Gold wird in der ganzen Welt als sicherer Hafen in Krisenzeiten geschätzt. Auch aus der Schmuckindustrie wurde zuletzt eine höhere Nachfrage verzeichnet. So haben die südafrikanischen Minen ihren Ausstoß sowohl bei den Edelmetallen als auch bei den Industriemetallen steigern können (vgl. Statistics South Africa).

Goldmünzen
Gold wird nicht nur für den Export abgebaut, sondern auch für die Produktion von Goldmünzen verwendet. Besonders beliebt bei Liebhabern von Goldmünzen in der ganzen Welt, ist der Krugerrand. Erhältlich ist diese Goldmünze in den Größen 1 Unze, 1/2 Unze, 1/4 Unze und 1/10 Unze.

Der Weltgipfel im Rückblick:
Die Bewertung des Weltgipfels über nachhaltige Entwicklung in Johannesburg fällt im Rückblick sehr unterschiedlich aus. Während viele Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen (NRO) und Ländern des Südens eher enttäuscht waren, zogen die Vertreter der EU-Staaten am Ende einer Wackelpartie eine positive Bilanz. Nach anfänglichen Befürchtungen, der Gipfel würde scheitern, konnten die politische Erklärung und das Aktionsprogramm doch noch einvernehmlich verabschiedet werden.

Stolz verweist die EU darauf, dass gegen heftigen Widerstand insbesondere der USA durchgesetzt wurde, die Zahl der Menschen ohne ausreichendem Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung bis 2015 zu halbieren, den Verlust der biologischen Vielfalt zu verlangsamen und die Verwendung gefährlicher chemischer Stoffe zu verringern. „Nachhaltige Entwicklung wurde wieder auf die politische Tagesordnung gesetzt“, verkündete auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon. Und eine Reihe von Aktionen und Initiativen sollen jetzt die Umsetzung bringen, die seit dem Gipfel in Rio 1992 versäumt wurde.

Diese Teilerfolge werden auch von vielen NRO anerkannt. Zudem hatten sie ihr eigenes kleines Erfolgsergebnis, weil erstmals die Notwendigkeit von internationalen Regeln anerkannt wurde, um multinationale Konzerne zu ökologischem und sozialem Geschäftsverhalten zu verpflichten – eine gemeinsame Forderung vieler NRO. Doch insgesamt fällt ihre Gesamtbilanz kritischer aus. Es sei nicht gelungen, Zugang zu Wasser als Menschenrecht zu verankern und die Privatisierung im Wassersektor kritisch zu reflektieren. Dass die Einführung erneuerbarer Energien ohne Prozentzahl und Zeitziel gefordert wird, könne nur als Hauch von Fortschritt gewertet werden. Die Ankündigung, den Verlust der Artenvielfalt lediglich zu verlangsamen anstatt zu stoppen, sei ein Rückschritt gegenüber früheren Zusagen. Auch das in Rio festgeschriebene Vorsorgeprinzip wurde eher abgeschwächt. Und durchgängig erscheinen Marktzugang, Marktöffnung und Beteiligung privater Unternehmen im Abschlussdokument als Schlüssel für Armutsbekämpfung, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung. Wirtschaftliche Belange haben Vorrang vor sozialen und ökologischen Interessen, so der Eindruck der NRO.

So sind beim globalen Umweltschutz kaum Fortschritte zu verbuchen, vor allem nicht, was die große Verantwortung und die Abtragung „ökologischer Schulden“ der Industrienationen angeht. Die Einleitung der notwendigen Wende in ihrem Produktions- und Konsumstil ist aus des Sicht des Südens gegenüber Rio keinen Schritt vorwärtsgekommen. Insgesamt ist das Bemühen um Unverbindlichkeit durchgängig spürbar. So soll zwar die Überfischung der Meere reduziert werden, allerdings nur „wenn möglich“. Die Vertreter der kleinen Inselstaaten, die vom Klimawandel besonders bedroht sind, waren besonders enttäuscht und verärgert über die geringe Verhandlungs- und Handlungsbereitschaft der Regierungen.

Daher war es für viele NRO keine Überraschung mehr, dass die Industrieländer den Entwicklungsländern in wirtschaftlichen Fragen nicht weiter entgegen kamen, weder beim Abbau von Subventionen noch bei der Entwicklungsfinanzierung.

Immerhin sei es gelungen, Rückschritte, wie sie die USA und die ölexportierenden Länder in Energiefragen, die USA und der Vatikan in Allianz mit islamistischen Regierungen bei Frauenrechten versuchten, abzuwehren, freuen sich die NRO. Andererseits habe „dieser Gipfel die Armen und Verletzlichen dieser Welt im Stich gelassen“, urteilt Ricardo Navarro von der Umweltorganisation Friends of the Earth. Er habe es versäumt, die „notwendigen radikalen Aktionen einzuleiten“, um eine Wende in den globalen Umweltkrisen herbeizuführen. Andere sehe den Gipfel als einen Versuch, eine „klaffende Wunde mit einem Pflaster zu heilen“ und fragen: „Wo bleiben die Visionen? Die Kreativität und die Innovation?“

Viele NRO klagten aber auch, dass sie kaum noch Einfluss auf die Verhandlungen nehmen konnten. Während die Partizipation der Zivilgesellschaft durch organisatorische Hürden und Verhandlungen hinter verschlossenen Türen eingeschränkt worden sei, hätten den Vertretern der international operierenden Konzerne alle Türen offen gestanden, lautet ihr Eindruck. So habe die offizielle Delegation Frankreichs zur Hälfte aus Unternehmensvertretern, vor allem von Wasser- und Stromkonzernen, bestanden.

Angesichts dieser gemischten Bilanz stellten sich in Johannesburg viele Beobachter die Frage, ob solche internationalen Großveranstaltungen noch einen Sinn machen, und das nicht nur wegen der Kosten, die auf etwa 50 Millionen US-Dollar geschätzt werden. Nur bei echter Verhandlungsbereitschaft aller Beteiligten, meinte Barry Coates von der britischen Entwicklungsorganisation WDM, sei ein solches Großereignis noch zu rechtfertigen. Und für die Heinrich-Böll-Stiftung ist eine Stärkung der Vereinten Nationen erforderlich, damit zukünftige Gipfel wirklich einen Beitrag zu einer global gerechten und ökologisch nachhaltigen Entwicklung leisten können.

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